Das richtige Equipment (Blitz, Rucksack, Reinigung)

Das richtige Equipment (Blitz, Rucksack, Reinigung)

Weiter geht’s mit der Schnellberatung für das passende Equipment zur Fotokamera. Im ersten Teil wurden bereits die SD-Karte, der Ersatz-Akku und das Stativ vorgestellt. Die Frage, welches Zubehör etwas taugt und wie viel sollte in die Ausstattung investiert werden, beschäftigt uns auch dieses Mal. Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf den externen Blitz, den Fotorucksack sowie das Reinigungsmaterial. Auch bei diesen Kategorien ist die Bandbreite des Angebots enorm, sodass zwischen wenig Geld für unbrauchbare Gegenstände bis hin zu Luxus-Investitionen alles möglich ist. Letztendlich geht es aber um die eigenen Ansprüche und um das entsprechend beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Ausweitung des Equipments.

Der externe Blitz

Die meisten digitalen Fotokameras verfügen heutzutage über einen internen Blitz. Wenn die Lichtverhältnisse ungünstig sind, klappt dieser im Automatikmodus wie von Geisterhand aus und beleuchtet in Sekundenbruchteilen das Motiv. Die Blitzleistung ist für gewöhnlich auch völlig ausreichend für solche Zwecke. Auf Parties, im Urlaub oder bei ähnlichen Gelegenheiten geht es vordergründig um Schnappschüsse und weniger um perfekt ausgeleuchtete Aufnahmen. Will man zum Beispiel das Licht von der Seite, von unten oder von hinten setzen, reicht der interne Blitz selbstverständlich nicht mehr aus. Ein externer Blitz ist dann die ideale Lösung.
Besonders für Einsteiger der Blitzfotografie empfehlen sich bei dem Wunsch nach mehr Licht sogenannte Aufsteckblitze. Die modernen Versionen sind dank der Automatiksteuerung durch die Linse (TTL-Technik) sehr einfach zu bedienen. Der Aufsteckblitz wird dafür in den Blitzschuh geschoben und ist dort über elektronische Kontakte mit der Kamera verbunden.
Allerdings können die Aufsteckblitze in der Regel auch als externe Lichtquellen genutzt werden. Entweder geschieht dies über einen sogenannten Transmitter, der statt dem Aufsteckblitz in den Blitzschuh gesteckt wird, und dem externen Blitz mitteilt, wann und in welcher Intensität dieser blitzen soll. Oder aber der interne Blitz oder ein Aufsteckblitz fungieren als Hauptblitz (Master), während ein weiterer externer Blitz als Sklave (Slave) fungiert. Dieser erkennt über einen Sensor automatisch, ob ein Master in der Nähe ist und synchronisiert entsprechend die Blitzeinstellungen. Diese Materie ist aber schon etwas anspruchsvoller und daher eher für fortgeschrittene Fotografen ratsam.
Neben dem herkömmlichen Aufsteckblitz gibt es aber noch weitere externe Varianten. Da wäre beispielsweise der Ringblitz. Dieser kommt insbesondere bei der Makro-Fotografie zum Einsatz, denn er wird direkt um das Objektiv herum angebracht und über ein Kabel mit dem Blitzschuh verbunden. So wirft das Objektiv keinen Schatten im Blitzlicht, was eben speziell im Makro-Bereich auffällt.
Weiterhin gibt es den sogenannten Stabblitz. Dieser ähnelt in der Funktion zwar dem Aufsteckblitz, doch allein äußerlich und von der Leistungsfähigkeit her unterscheidet er sich doch davon. Der Stabblitz ist im Prinzip ein Aufsteckblitz, der etwas weiter von der Kamera entfernt blitzt. Über die Entfernung ist er mit der Kamera über einen Metallstab verbunden, daher der Name. Der Stabblitz ist wesentlich leistungsfähiger als der Aufsteckblitz und weist auch niedrigere Ladezeiten auf. Dafür nimmt er zusätzlich Batterien oder Akkus in Anspruch.
Welche Leistungsmerkmale muss aber ein Blitz haben, damit er etwas taugt? Die prägnante Zahl bei den Blitzen ist die Leitzahl und sie bestimmt oft auch den Preis. Sie errechnet sich aus dem Produkt von Blendenwert und dem Abstand zum Motiv, bei dem eine korrekte Belichtung erfolgt. Ein Blitz mit einer Leitzahl von 40 kann etwa bei ISO 100 bei Blende 4 auf eine Distanz von 10 Metern das Bild ausleuchten. Bei der Verwendung von lichtstarken Objektiven, reichen also auch schon kleinere Leitzahlen.
Zu empfehlen sind auch dreh- und neigbare Blitzköpfe, die also nicht immer nur starr nach vorne blitzen, sondern zum Beispiel auch Richtung Decke gerichtet werden können. Die Decke reflektiert nämlich das Licht und macht es weicher. So werden starke Schatten bei Personen oder anderen Motiven vermieden.
Die Kosten für einen externen Blitz fangen bereits bei etwa 60 Euro an und sind nach oben hin offen. Die meisten Kameraanbieter haben auch eigene Blitze im Sortiment, die mit dem Kamerasystem kompatibel sind. Das ist herstellerübergreifend nicht immer so und auch die Produkte viele Fremdanbieter sind nicht immer für jede Kamera geeignet. Ob der gewünschte Blitz auch wirklich zu der eigenen Kamera passt, sollte im Zweifel noch einmal im Fotofachgeschäft erfragt werden. Dort können viele Blitze auch ausprobiert werden, sodass ein Gefühl für Handlichkeit und Blitzintensität entsteht.

Der Fotorucksack

Wer viel Equipment für seine Fotoeinsätze mit sich herumschleppen muss, transportiert dies normalerweise im Fotorucksack. Spezielle Fotorucksäcke- und taschen haben den Vorteil, dass die Gegenstände dort ideal zugeschnittene Fächer haben und nicht wild herumfliegen und dadurch kaputtgehen könnten. Allerdings haben die meisten Taschen auch ihren Preis – gut und gerne über hundert Euro verlangen namenhafte Hersteller für ihre Vorzeigeprodukte. Ist es das Geld wert oder tut es auch eine günstigere Variante oder zur Not eine Handtasche?
Essentiell ist – neben dem Design – erst einmal die Raumaufteilung. Wie viel Liter fasst der Rucksack oder die Tasche, wie viele verschiedene Fächer stehen zur Verfügung und sind diese individuell verstellbar? Idealerweise lässt sich der Raum durch individuell verstellbare Trennpolster selbst aufteilen. Zudem sollte sich der Rucksack nicht nur von oben öffnen lassen, sondern bestenfalls von hinten, sodass alle Fächer offen liegen und nicht großartig herumgekramt werden muss. Die meisten Rucksäcke und Taschen, die als Fotozubehör deklariert sind, sollten auf jeden Fall über diese Merkmale verfügen. Doch was nützt all das, wenn das Material nicht hält. Stabiles und sicheres Innen- und Außenmaterial sind also Voraussetzung. Zudem muss das Material wasserabweisend- und undurchlässig sein, um auch bei schlechtem Wetter die Ausstattung zu schützen. Einige Rucksäcke haben außerdem als kleines Extra eine Diebstahlsicherung in Form eines Zahlenschlosses. Das schützt zwar vor dem Diebstahl nicht, macht es dem Bösewicht aber schwieriger an den Inhalt zu gelangen.
Letzten Endes sollte der Rucksack oder die Tasche aber besonders eines können: Bequem sein! Dafür ist es ratsam im Kaufhaus oder im Fachgeschäft einige Modelle zu probieren, um sich vom idealen Tragekomfort zu überzeugen.
In Kaufhäusern und im Internet können bereits Schnäppchen ab etwa 40 Euro gejagt werden. Sicher investiertes Geld versprechen aber Markenprodukte von Lowepro, Crumpler, Cullmann, etc.

Das Reinigungsmaterial

Zu guter Letzt fehlt noch eines: Zubehör zur Reinigung. Spätestens, wenn die Kamera ein paar Outdoor-Shootings oder Urlaubsreisen hinter sich hat, haben sich Staubkörner auf dem Objektiv oder Fingerabdrücke auf dem Display gesammelt. Zur Not hilft in solchen Fällen auch ein Taschentuch, doch Spucke und Ärmel sind absolut verboten. Trotzdem ertappen sich auch Profi-Fotografen immer wieder bei dem instinktiven Säuberungsgriff. Wer allerdings geeignetes Reinigungsmaterial dabei hat, läuft gar nicht erst Gefahr, seine Kamera falsch zu behandeln.
Während sich für die Reinigung von Objektiv und Display schon Blasebalg, Reinigungsspray und Mikrofaser-Reinigungstuch eignen, ist die ganze Sache beim empfindlichen Sensor oder dem Spiegel schon komplexer. Im Notfall sollte die Reinigung des Kamera-Inneren einem Fachmann überlassen werden, doch für geübte Hände reichen auch hier Blasebalg und notfalls ein Staubpinsel.
Reinigungssets – bestehend aus diesen Einzelteilen – gibt es sehr preiswert im Internet oder im Fachhandel zu kaufen und sind bei häufigem Gebrauch des Fotoapparats unbedingt eine Anschaffung wert.
Wenn Staub allerdings ins Objektiv gerät, was besonders häufig bei Zoom-Linsen auftritt, hilft keines der genannten Produkte. Für solche Situationen gibt es Druckluftspray, das auch in die hintersten Winkel des Objektiv-Gehäuses gelangt. Niemals sollte das Druckluft- aber mit flüssigem Spray verwechselt werden, da sonst das komplette Objektiv zerstört werden kann. Im Notfall also immer an den Fachmann wenden und ein paar Euro für eine professionelle Reinigung bezahlen als gleich eine neue Kamera oder ein neues Objektiv.

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