Drucktechnik: Laser- vs. Tintenstrahldrucker

Drucktechnik: Laser- vs. Tintenstrahldrucker

Die Debatte ist nicht neu und doch immer noch aktuell. Im Büro oder im eigenen Arbeitszimmer – wo gedruckt wird, muss auch ein guter und zuverlässiger Drucker stehen. Dabei gibt es Exemplare aus fast jeder erdenklichen Preiskategorie von den unterschiedlichsten Marken – ob von der Supermarktkette oder als Highend-Gerät der Marktführer. Abgesehen vom preislichen Rahmen ist für die Kaufentscheidung besonders eine Frage immer wieder essentiell: Laser- oder Tintenstrahldrucker?

Die Vorurteile gegenüber beiden Systemen – Laserdrucker sind schnell aber unhandlich und kompliziert zu warten und zu reparieren, Tintenstrahldrucker sind kompakt aber langsam – stimmen heutzutage nicht mehr uneingeschränkt mit der Realität überein. Mittlerweile gibt es zum Beispiel sowohl schnelle Tintenstrahldrucker als auch handliche Laserdrucker, die die Entscheidung nur schwerer machen.

Das Prinzip des Tintenstrahldrucks ist relativ simpel. Die Tinte wird durch mikroskopisch kleine Düsen gepresst und auf das Papier aufgetragen. Bereits seit den 1960er Jahren hat sich die Technologie bewährt und wurde auch durch den Laserdrucker nicht gänzlich verdrängt. Dem Laserdruck liegt hingegen das Prinzip der Elektrofotografie zugrunde.

Vor- und Nachteile der Drucksysteme

Laserdrucker sind aufgrund des Elektrofotografieverfahrens sehr schnell. Dadurch waren sie von Beginn an fester Bestandteil in Unternehmen und Firmen, in denen viel und oft gedruckt werden musste. Die Qualität der Druckerzeugnisse war und ist immer noch das Non-Plus-Ultra. Die Maschinen waren bis vor einigen Jahren noch sehr platzeinnehmend, dafür aber robust und im besten Fall kaum wartungsintensiv. Die hohen Anschaffungskosten rechneten sich für viele Unternehmen bereits durch die Druckgeschwindigkeit und die Zuverlässigkeit im Arbeitsalltag.
Tintenstrahldrucker sind zuerst einmal umweltschonender. Sie benötigen kein Aufheizen zum Aufbrennen des Tonerpulvers und kein Kühlen des Blattes am Schluss. Damit sind sie in Sachen Umweltverträglichkeit der Laser-Konkurrenz voraus. Weiterhin sind sie – wie bereits erwähnt – kompakter und einfach zu bedienen. Bei vielen Geräten sind zusätzlich Scanner integriert, außerdem verfügen viele über WLAN und verschiedene Funktionen für eine einfache Bedienbarkeit. Sie können von den unterschiedlichsten Medien und auf unterschiedlichstes Papier drucken und sind somit für so gut wie alle Zwecke zu gebrauchen. Allerdings können sich die Tintenstrahldrucker hinsichtlich der Druckgeschwindigkeit nicht mit den Laserdruckern messen – und dass, obwohl sie in den vergangenen Jahren erheblich zulegt haben. Zudem ist die Papierzufuhr begrenzt – 150 oder am besten 250 Blätter im Papierfach sind üblich, so dass bei einem hohen Papierbedarf oft nachgefüllt werden muss.

Welches System eignet sich für wen?

Dass Laserdrucker eher in Unternehmen oder Schulen verwendet werden als in privaten Haushalten hat den einfachen Grund, dass sie schnell und zuverlässig große Mengen an Druckaufträgen bei einer hohen Qualität bewältigen können. Für die Vervielfältigung von Dokumenten sind Laserdrucker ideal, denn auch der Papiervorrat ist groß und muss nicht so oft nachgefüllt werden wie bei Tintenstrahldruckern. Durch die zuverlässige Arbeitsweise der Druckmaschinen ist die Wartung auch wenig intensiv.

Tintenstrahldrucker hingegen sind in ihrer Mehrzahl für den privaten Gebrauch gedacht. Die Drucker sind günstig in der Anschaffung und kompakt. Dazu sind sie Multi-Talente und meistern jeden Druckauftrag, vom Dokument in schwarz-weiß bis zum Fotoabzug in knalligen Farben. Mit speziellem Fotopapier und spezieller Tinte kann der Druck nach individuellem Belieben angepasst werden. Integrierte Scanner und WLAN sind weitere Vorteile für den privaten oder den Gebrauch in kleinen Unternehmen. Allerdings sollte der Drucker auch etwa mindestens zweimal pro Woche benutzt werden, da sonst die Tintenpatronen schnell eintrocknen.

Kosten?

Die Anschaffungskosten der beiden Technologien klaffen auf den ersten Blick doch deutlich auseinander. Kleine, simple Tintenstrahldrucker gibt es bereits für weit unter hundert Euro während Laserdrucker oft sogar vierstellige Summen kosten. Über die Jahre hinweg kommen bei den Tintenstrahldruckern natürlich noch laufende Kosten für Tintenpatronen, Papier und gegebenenfalls Reparaturen hinzu. So werden aus unter hundert Euro in einem Jahr schon einmal schnell mehrere hundert Euro. Laserdrucker arbeiten mit Tonern und sind in der Haltung in der Regel kostengünstiger. Während Tintenstrahldrucker bereits bei einem Preis von fünf Cent pro gedruckter Seite als günstig gelten, liegen die Kosten pro Seite bei Laserdruckern weit tiefer. Diese können Seiten schon zu einem Preis von unter zwei Cent pro Seite drucken, so dass sich bei häufiger Verwendung auch die Anschaffungskosten schnell rechnen.

Letztendlich hängt die Entscheidung stark von den eigenen Ansprüchen und der Kostenbilanz ab. Der günstigste Tarif hängt langfristig immer von der Verwendung und den Kosten für die zusätzlichen Materialien wie Papier oder Tinte bzw. Toner ab. Wer auch für günstiges Geld einen schnellen Drucker haben möchte, muss aber nicht zwangsläufig zu Laserdruckern greifen, denn – wie eingangs erwähnt – haben sich die Technologien weit fortentwickelt, so dass es bei den Tintenstrahldruckern auch Modelle gibt, die gerade mit einer hohen Geschwindigkeit hervorstechen, sowie Laserdrucker, die über eine enorme Qualität bei Fotodrucken verfügen.
Wer nur sehr selten drucken muss, kann die Aufträge schließlich immer noch im Copy-Shop drucken lassen. Wer aber hingegen auf Anschaffungskosten in erster Linie keine Rücksicht nehmen muss oder will, sondern beste Qualität und schnellste Geschwindigkeit sucht, ist beispielsweise mit einem Farblaserdrucker gut beraten. Die Geschwindigkeit liegt ohnehin im System, jedoch hat sich bei Farblaserdruckern die Qualität enorm gesteigert. Die Anschaffungskosten sind aber erwartungsgemäß für Privatkunden abschreckend hoch. Bei Einzelaufträgen mit dem Wunsch nach höchster Qualität ist es oft die einfache Wahl eines Fotodruckservices, der die Ansprüche erfüllt. Diese verwenden Druckmaschinen, die den herkömmlichen Druckern für kleine Unternehmen oder Privathaushalte weit überlegen sind.