Plastikdruck – Recycling für Zuhause

Plastikdruck – Recycling für Zuhause

Sie fliegen zu Hauf in unseren Schränken herum, nehmen unnötig viel Platz weg, werden sowieso so gut wie nie benutzt und sind zudem auch nicht gerade sehr umweltfreundlich: Die Rede ist von den altbekannten Plastiktüten. Aber warum nicht einfach mal selbst recyceln und mit einer ganz einfachen Drucktechnik neue Accessoires kreieren? Immerhin bringen Modeketten immer wieder neue und oft auch ansprechende Designs auf ihre Tüten.

Materialien

Das wichtigste Utensil bei diesem Druck-DIY ist natürlich die Plastiktüte selbst. So gut wie jeder Laden im Einzelhandel hat für Kunden Plastiktüten parat, um die eingekauften Gegenstände zu verpacken. Dabei ist die Tüte für die Unternehmen zudem ein willkommener Werbeträger, auf den häufig das Logo, oft aber auch ein markanter Schriftzug oder eine nette Grafik des Corporate Designs, prangt.
In diesem Tutorial wird mit simplen Tricks dieses Logo oder die Grafik der Plastiktüte auf einen anderen Stoff übertragen. Ob Kissenbezüge, Jutebeutel oder jegliche Einrichtungsaccessoires – im Internet oder in Einrichtungsläden ist neben Materialien auch garantiert die ein oder andere Inspiration zu finden. Der zu bedruckende Stoff sollte im besten Falle aus Baumwolle bestehen, synthetische Stoffe sind unter Hitzeeinfluss nämlich eher weniger geeignet. Weiterhin werden eine Schere, Backpapier, Bügeleisen sowie Bügelbrett für die Prozedur benötigt.

Wichtig: Da nicht jedes Plastik auf dem ausgewählten Material haften bleibt, sollte die Kombination der Auswahl auf jeden Fall vor dem tatsächlichen Druck auf einem Stoffrest getestet werden. Da jedes Material anders ist, stellt sich auch immer erst nach dem Druck heraus, wie sich die Stoffe verhalten. Dabei können dann auch Hitze und Dauer individuell angepasst werden.

Drucktechnik

Nachdem die Stoffe ausgesucht wurden, sollte als erstes überlegt werden, welches Muster oder Logo auf den zu bedruckenden Stoff übertragen werden soll. Aus den Schriftzügen der jeweiligen Marken können so zum Beispiel eigene Wörter oder Sätze gebildet werden. Individuelle Formen und Motive sind natürlich auch möglich. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Fläche des Druckes nicht zu groß ist, damit der Stoff sich nicht verzieht. Sind die Muster ausgewählt, kann mit dem Druck losgelegt werden. Hierzu sollten die Plastikausschnitte auf die jeweilige Position des zu bedruckenden Stoffes gelegt werden. Es ist hilfreich, das komplette Muster zurecht zu legen, denn nach dem Druck lässt es sich nicht mehr verändern. Hat man sich dann für ein Design entschieden, können die Formen einzeln auf die Tasche, das Kissen oder jedes andere Objekt gebracht werden. Dafür müssen die ausgeschnittenen Plastikmotive mit einem Backpapierzuschnitt bedeckt werden und anschließend mit dem Bügeleisen auf Stufe zwei für 30 bis 60 Sekunden komplett bedeckt werden, um dann etwas Druck auszuüben. Dies ist anfangs besonders wichtig, damit das Motiv nicht verrutscht und gleichmäßig auf den Stoff aufgetragen werden kann. Nach etwa zehn Sekunden kann dann mit dem Bügeleisen in langsamen Bewegungen über den Stoff gefahren werden. Dabei darf die Temperatur nicht zu hoch eingestellt sein und das Bügeleisen nicht unbeaufsichtigt auf dem Papier liegen, da sich das Plastik sonst verzieht und Brandgefahr bestehen kann.
Nach gegebener Zeit kann das Backpapier leicht abgezogen werden, um zu schauen, ob der Zuschnitt bereits haftet. Ist dies nicht der Fall, sollte noch für einige Sekunden weitergebügelt werden, bis der gewünschte Effekt auch sichtbar wird.

Weitere Hinweise

Diese Drucktechnik ist gut geeignet für Accessoires, die keiner permanenten Beanspruchung unterliegen. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Stoffe nicht zu sehr gedehnt werden. Deswegen ist eine Bedruckung auf Kleidungsstücken eher nicht zu empfehlen. Auf Kissenbezüge oder Jutebeutel ist die Technik jedoch auf jeden Fall anwendbar. Weiterhin wichtig zu beachten ist, dass die bedruckten Stoffe mit der Hand gewaschen werden müssen. Einen Waschmaschinengang hält der Druck leider nicht aus, da die Temperaturen und die Beanspruchung des Stoffes das Druckmuster auflösen lassen.

Wer sich an diese Hinweise hält, kann mit solch einfachen Mitteln also nicht nur neue Dekorationsgegenstände zaubern, sondern auch überflüssige und nervige Plastiktüten recyceln. Und das alles für nur wenig Geld. Wem dabei die Ideen ausgehen, der kann sich außerdem von der Vielzahl an Motiven auf den jeweiligen Plastiktüten beim nächsten Einkaufsbummel immer wieder inspirieren lassen.