Lizenzfreie Bilder im Internet

Lizenzfreie Bilder im Internet

Der Anblick des frisch gedruckten und eigens zusammengestellten Fotobuchs ist kaum zu übertreffen. Stolz wird das Buch anderen anwesenden Personen präsentiert, immerhin ist es schließlich ein Produkt der eigenen Kreativität.  Die eigenen Fotos so ansprechend in Szene gesetzt zu sehen, erfüllt sowohl Hobby-Knipser als auch Profi-Fotografen mit Freude.
Wer allerdings ein Druckprodukt entwirft, bei dem die eigenen Fotos nicht in Frage kommen, oder wer sich der Fotografie gar nicht so nahe wähnt, aber dennoch ein ästhetisches Buch oder einen Kalender designen möchte, der muss sich wohl oder übel an Fremdbildern bedienen.
Der Vorteil bei der Suche nach Fremdmaterial ist ganz klar die Vielfalt und meistens auch die Qualität. Bei Millionen von Fotografen entstehen von so ziemlich jedem erdenklichen Motiv Fotos in bester Auflösung. Das Problem dabei ist nur gleichzeitig, dass solche Fotos erst einmal in den Untiefen des Internets gefunden werden müssen und vor allem, dass die meisten Bilder nicht lizenzfrei, also nicht zur frei zur Verfügung stehen.
Im Folgenden werden Websites vorgestellt, die lizenzfreie oder gemeinfreie Bilder gewerbsmäßig vertreiben.

Lizenzfrei oder gemeinfrei?

Zuerst werden allerdings zwei wichtige Begrifflichkeiten erläutert, die auf der Suche nach Bildmaterial immer wieder auftauchen und für die Verwendung entscheidend sind. Jedes Foto gehört automatisch dem Urheber, welcher über die Art der Lizensierung für die Verwendung des Werkes entscheiden kann. Zwar zählt dazu nicht generell jeder Schnappschuss, doch bei allen Fotos in den Medien und auch im Internet ist erst einmal davon auszugehen, dass sie nicht lizenzfrei sind, sondern dem Urheber gehören.
Ausgenommen davon sind allerdings lizenzfreie (Royalty-free) Werke, die dem englischen Namen nach meistens kostenlos verfügbar sind und vielfältig verwendet werden können. Die Verwendung von solchen lizenzfreien Bildern unterliegt aber den Nutzungsbedingungen, die beim Erwerb angegeben werden.
Ebenfalls nicht vom Urheberrecht betroffen sind gemeinfreie Inhalte, bei denen entweder die Rechte abgelaufen sind oder der Urheber auf seinen Anspruch verzichtet hat.

Ein persönliches oder ein privates Fotoprojekt braucht selbstverständlich keine Fremdfotos. Viele Projekte erfordern aber doch Fotos oder Grafiken, die selbst nicht oder nur schwer erstellt werden können. Besonders bei kommerziellen Projekten ist die Suche nach geeignetem Material schwierig.
Quasi überall lauern bei der Veröffentlichung von Fotos Fallen. Insofern es sich nicht um die eigenen Werke handelt, müssen nicht nur die Rechte geklärt werden, auch dürfen beispielsweise keine urheberrechtlich geschützten Motive im Bild zu erkennen sein. Der Eiffelturm darf bei Nacht zum Beispiel nicht fotografiert werden, da sich ein Unternehmen die Beleuchtung des Bauwerks hat schützen lassen. Auch Firmenlogos und -Schriftzüge sind urheberrechtlich geschützt und haben schon so manches Foto vermasselt.
Wer also unbedingt ein Foto oder eine Grafik von bestimmten Motiven nutzen möchte, kann sich im Internet bei vielen verschiedenen Anbietern lizenzfreier Bilder und Grafiken bedienen. Ob spannende Tieraufnahmen in freier Wildbahn, spektakuläre Fotos auf dem All oder historische Fotos – all das kann der gewöhnliche Freizeit-Fotograf nicht leisten. Bildarchive können bei diesem Anliegen die schnellste und günstigste Lösung sein. Davon gibt es im Netz zahllose, je nach Qualität, Preis und Übersichtlichkeit gibt es dennoch einige Empfehlungen.

Kostenlose Bilddatenbanken

Wikimedia Commons
Wikimedia ist eine internationale und freie Datenbank von Bildern, die mit verschiedenen Projekten wie unter anderem Wikipedia verknüpft ist und daher stetig wächst. Sie gehört zu den größten Bildsammlungen im Netz und zählt rund fünf Millionen angemeldete Nutzer. Die Inhalte von Wikimedia können allerdings auch ohne Registrierung genutzt werden. Die Werke stehen entweder unter einer Public Domain (gemeinfrei) oder unter freier Lizenz, die die Weiterverwendung bestimmt.
Die Qualität der Inhalte ist sehr durchmischt, dennoch lohnt sich eine Suche in der Sammlung allein aufgrund der Masse der Inhalte.

Flickr
Auch das Fotonetzwerk Flickr kann als Datenbank für kostenlose lizenzfreie Inhalte genutzt werden. Bei der Suchfunktion kann das Portal gezielt nach solchen Inhalten durchstöbert werden, denn bei dem Hochladen eines Fotos muss der Nutzer die Lizensierung immer angeben. Wie auch bei Wikimedia Commons schwankt die Qualität deutlich, da aber auch viele talentierte und professionelle Fotografen bei dem Netzwerk angemeldet sind und ihre Werke oft lizenzfrei zur Verfügung stellen, können auch sehr gute Fotos genutzt werden.

Google Bildersuche
Eine recht naheliegende und gern genutzte Möglichkeit bei der Suche nach freien Bildern ist die Google Suchfunktion für Bilder. Mit dieser Suchfunktion ist Google die wohl größte „Datenbank“, denn in den Suchfunktionen kann ausgewählt werden, unter welcher Lizenz das gewünschte Werk stehen soll. Wer höchste Ansprüche an die Suchergebnisse hat, ist allerdings nicht sehr gut mit Google beraten, da die Suche nach hochqualitativen und passenden Motiven angesichts der Fülle an Suchergebnissen sehr zeitaufwendig werden kann.

Zu empfehlen sind weiterhin noch:
Photl.com (viele kostenlose Stockphotos)
New Old Stock (gemeinfreie Retro-Fotos)
Openclipart (Cliparts und Grafiken)

Kostenpflichtige Bilddatenbanken

Getty Images
Getty Images ist mit über 80 Millionen Inhalten die größte und bekannteste Fotodatenbank und wird von den verschiedensten Unternehmen gerne genutzt. Von Stock- über Sport- bis hin zu historischen Fotos bietet die Datenbank für so ziemlich jedes Anliegen eine Lösung. Das hat auch seinen Preis: Zwar können Onlinebilder bereits für rund 15 Euro erworben werden, allerdings reicht die Preisspanne von da aus nur nach oben. Dafür bietet Getty Images mit vielen professionellen Fotografen auch höchste Qualität. Zu Getty Images gehört übrigens auch die Bildagentur iStock.

Fotalia
45 Millionen Inhalte zählt die Datenbank von Adobe. Damit gehört Fotolia ebenfalls zu den beliebtesten Agenturen. Die Preisspanne ist größer als bei vergleichbaren Agenturen, so dass der Kaufpreis für die Inhalte bereits bei wenigen Cents beginnt. Auch monatliche Abonnements sind bei Fotolia möglich.

Zu empfehlen sind weiterhin noch:
Pond5 (Nutzer können den Preis hochgeladener Inhalte selbst festlegen)
Depositphotos (günstige Alternative)
Deutsche Fotothek (mit Werken der bekanntesten deutschen Fotografen)

Shutterstock
Shutterstock funktioniert für Käufer auf den ersten Blick ähnlich wie andere Bildagenturen. Allerdings werden viele Inhalte von den Nutzern selbst hochgeladen und zum Kauf angeboten. Der Verkaufspreis wird von den Betreibern der Agentur festgelegt. Auch hier liegt der minimale Kaufpreis relativ weit unten im Vergleich zu ähnlichen Anbietern und auch hier werden Abonnements angeboten.

Ob nun doch nur private Fotos oder kostenlose oder kostenpflichtige Fotos von Bilddatenbanken für das Fotoprojekt genutzt werden sollen, hängt natürlich von der Intention ab. Lohnt sich der Aufwand einer umfangreichen Suche in den kostenlosen Sammlungen oder ist es der Preis der kostenpflichtigen Agenturen wert?
Bei individuellen Projekten lohnt sich ein hoher Preis in der Regel weniger, bei einer höheren Bestellmenge beziehungsweise Druckauflage kann die Investition in hochqualitative Fotos durchaus Sinn machen. Bei kommerziellen Projekten ist es unerlässlich, dass Klarheit über die Verwendung der Werke besteht. Bei den kostenpflichtigen Agenturen wird so etwas in den Nutzungsbedingungen immer angegeben, während kostenlosen Datenbanken im Zweifelsfall nicht immer hundertprozentig getraut werden sollte. Zudem verfügen die meisten kostenpflichtigen Bildagenturen über eine kostenlose Sektion, die zwar im Gegensatz zu dem kostenpflichtigen Teil überschaubar ist, für nicht zu extravagante Suchanfragen jedoch in der Regel ausreicht.
Wer sich mit den Lizenzen eher nicht gerne auseinandersetzt und nichts falsch machen möchte, der kann schließlich immer noch mit der Kamera losziehen und Fotos selbst schießen oder zumindest Grafiken am Computer basteln. Das Urheberrecht muss nicht großartig recherchiert werden und Kosten fallen auch nicht an.

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